Springe direkt zu: Hauptnavigation | Unternavigation | Inhaltsbereich | Suchfunktion | Allgemeine Informationen

Startseite > Glossar > Detailseite

Stromkennzeichnung

Gemäß § 42 Energiewirtschaftgesetz vom 07.07.2005 sind Stromversorger dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Stromes offenzulegen. Damit erhalten Sie Informationen darüber, aus welchem Energieträgermix bzw. Strommix Ihr Strom erzeugt wurde. Die Angaben beziehen sich jeweils auf das letzte und vorletzte Jahr. Die Kennzeichnung muss für die Endverbraucher auf der jährlichen Stromrechnung und auf allen Werbematerialien angegeben sein. Des Weiteren enthält die Stromkennzeichnung Informationen über Umweltauswirkungen pro Kilowattstunde (Kohlendioxid-Emissionen, die für die globale Erwärmung verantwortlich sind und die Menge des radioaktiven Abfalls). Die Umweltauswirkungen werden anlagenspezifisch ermittelt. Außerdem werden bundesweite Durchschnittswerte für alle Angaben angegeben, damit ein Vergleich möglich ist. Mit diesen Informationen, insbesondere über die Umweltauswirkungen, soll dem Stromkunden ermöglicht werden, die "Qualität" der Stromproduktion zu bewerten.

Die Stromkennzeichnung wurde von Umwelt- und Verbraucherschützern seit langem gefordert und ihre Einführung begrüßt. Dennoch erfüllen die Daten nicht alle Erwartungen und bieten nicht die bestmögliche Transparenz. Kritisiert wird, dass in Deutschland die Energieträger in nur drei große Gruppen zusammengefasst und nicht näher aufgeschlüsselt sind. Damit werden beispielsweise gasbefeuerte, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit alten Braunkohle-Kraftwerken gleichgestellt. Solaranlagen werden mit Wasserkraftwerken gleichgestellt. Der Zusatznutzen bei der Wärmegewinnung von KWK-Anlagen wird bei der Berechnung der CO2-Menge nicht berücksichtigt.

Folgende Grafik zeigt den Strommix für Deutschland aus dem Jahr 2006 aufgeschlüsselt nach Energieträgern. Diese Darstellung bietet eine optimale Transparenz. 
 
Bundesdeutscher Durchschnitts-Energie-Mix 2006















Quelle: Greenpeace Energy AG

Kritisch ist auch der Umgang mit Strommengen, die keiner bestimmten Erzeugungsart zugeschrieben werden könne, wie z. B. Strom, der an der Strombörse erworben wird. Nach den geltenden Regelungen kann diesen Mengen der Gesamtmix der Strombörse oder der Durchschnittsmix für Deutschland zugeordnet werden. Diese Werte können jedoch stark vom tatsächlichen Mix abweichen und eröffnen den Stromversorgern die Möglichkeit, die Erzeugungsart von Strom aus unbeliebten Quellen rechnerisch zu verschleiern, indem dieser an der Börse verkauft und direkt zurückgekauft wird.

Grundsätzlich gibt der Strommix nur näherungsweise wieder, welcher Strom tatsächlich an den Verbraucher geliefert wurde. Die Herkunft von Spitzenlaststrom, die Art der Ausgleichsenergie und die Übertragungsverluste werden nicht in die Stromkennzeichnung einbezogen. Der Strommix sagt nur aus, dass der verbrauchten elektrischen Energie insgesamt, über ein Jahr gesehen, eine entsprechende Erzeugung gegenübersteht (mengengleiche Einspeisung).



"Fit für´s Energiesparen" ist eine Projekt der Sächsichen Energieagentur - SAENA GmbH | Alle Fotos und Texte unterliegen dem Copyright der SAENA 2011, sofern nicht anders beschrieben. Die Nutzung von Inhalten erfordert die schriftliche Freigabe des Urhebers. Das Portal basiert auf dem Enterprise CMS myty4 von tyclipso.net